Lesenswerte Studie zur Arbeitsweise von Journalisten 2016

Das ist mal eine Studie mit viel praktischem Wert: news aktuell, ein Unternehmen der dpa-Gruppe, hat 1223 Journalisten in einer anonymen Online-Umfrage zu ihrer Arbeitsweise befragt. Herausgekommen ist ein Leitfaden, wie gute Pressearbeit funktionieren kann.

Mein Fazit: Das offene Geheimnis liegt nach wie vor darin, die Organisation und das Rechercheverhalten der Journalisten zu kennen, um als Unternehmen sinnvolle Beiträge liefern zu können.

Pressemitteilung behält herausragende Stellung

Die Zeiten einer guten Pressemitteilung sind noch lange nicht vorbei. 86 Prozent der Befragten nutzen sie als Quelle ihrer Arbeit, wünschen sich aber auch Bildmaterial und weitergehende Informationen rund ums Thema. Wichtig ist auch der Zeitpunkt, zu dem eine Pressemitteilung verschickt wird: Am Vormittag ist die Chance, dass sie wahrgenommen wird, am höchsten. Das ist nicht verwunderlich: Im Laufe des Nachmittags steigt insbesondere bei tagesaktuellen Medien der Produktionsdruck, die letzten Artikel müssen fertig werden. Dann ist keine Zeit für ausgiebige Recherchen.

Persönliches Gespräch auf Platz 1

Das einzige, was noch wichtiger bei der Recherche ist als die Pressemitteilung, ist das persönliche Gespräch. Denn Journalisten sind am meisten an Informationen interessiert, die sie nicht im Pulk mit zig Wettbewerbern bekommen. Wer seine Ansprechpartner in den Redaktionen kennt, kann gezielt das Gespräch mit ihnen zu Themen suchen, die den Journalisten eine exklusive und individuelle Berichterstattung ermöglichen. Denn: Auch die Konkurrenz unter den Medien ist groß, überleben wird nur der, dessen Produkt - sprich: Information - sich von der Masse abhebt.

Journalisten nutzen Soziale Medien

Ja, Journalisten bewegen sich in sozialen Netzwerken, auch Blogs sind eine beliebte Informationsquelle. Für jüngere noch mehr als ältere. Auch hier gilt wieder: Für gute Pressearbeit ist es entscheidend, seine Ansprechpartner in den Redaktionen zu kennen und zu wissen, wer welche Quellen am liebsten nutzt. Zukünftig immer wichtiger ist laut news aktuell auch, dass Journalisten Tablets und Smartphones für die Informationsbeschaffung nutzen - Unternehmen müssen ihre Inhalte also entsprechend aufbereiten. Wer seine Pressemitteilungen beispielsweise auf der Website zur Verfügung stellt, sollte selbstverständlich dafür sorgen, dass diese im responsive Design ist.

Wünsche an die Pressestellen

Es bestätigt sich in der Studie, was auch ich Kunden immer rate: Wer gute Medienarbeit leisten will, muss verstehen, wie Journalisten arbeiten und denken. Medienvertreter stehen unter großem Druck, in kurzer Zeit möglichst hochwertigen Inhalt zu produzieren. Pressestellen, die sich als Dienstleister verstehen, haben deshalb die beste Chance, dass ihre Themen aufgegriffen werden.

Zum Dienstleistungscharakter einer Pressestelle gehört zum Beispiel:

  • sehr gute Erreichbarkeit,
  • Journalistenanfragen umgehend beantworten,
  • Branchen-Experte mit Blick über den Tellerrand des eigenen Unternehmens.