Pressearbeit: Was Journalisten nervt

Aktuelle Umfrage: Was Journalisten an Pressesprechern nervt

News aktuell und Faktenkontor haben eine aktuelle Umfrage unter 1.700 Journalisten zu ihrer Arbeit und zur Zusammenarbeit mit Pressesprechern vorgelegt. Das Ergebnis sollte vor allem eines sein: guter Anlass, einmal mehr über die Qualität der Pressearbeit im Unternehmen nachdenken.

Was stört Journalisten demnach an Unternehmenssprechern am meisten?

  1. keine Antworten auf ihre Fragen zu erhalten
  2. Schönfärberei statt Fakten
  3. unehrliche und nicht authentische Pressesprecher
  4. handwerklich schlechtes PR-Material

Was sich positiv entwickelt hat: Pressestellen telefonieren ihren Meldungen immer seltener hinterher. Die Frage, wann ein Beitrag veröffentlicht wird, sparen sich die meisten mittlerweile. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass das Nachhaken eher kontraproduktiv ist.

Warum nerven die genannten Punkte?

  • Recherche ist das A und O eines Journalisten. Dementsprechend gehören Fragen zwingend dazu - vorausgesetzt, es gibt auch Antworten. Pressesprecher, die spät oder gar nicht reagieren, vergeben sich die Chance, ihre Position zu einem Thema zu erläutern. Wer sich als Experte positionieren will, sollte also schnell sein.
  • Journalisten sind nicht das verlängerte Sprachrohr eines Unternehmens. Superlative sind nicht ihr Arbeitsmittel, auch wenn Unternehmensvertreter sie immer noch zu oft im eigenen Sprachschatz haben. Wer seriös wahrgenommen werden will, sollte Fakten liefern. Die sprechen im besten Fall ohnehin für sich.
  • Wer lügt, hat alle Chancen vertan. Wer fragt schon einen Unternehmensvertreter, auf dessen Aussagen man sich nicht verlassen kann.
  • Sachliche Texte, Bildmaterial mit Quellenangaben in der notwendigen Auflösung und ohne Wasserzeichen, das Ganze am besten digital ohne viel Aufwand abrufbar: Das sollte heutzutage zum Standard-PR-Material gehören. Tut es aber leider immer noch nicht. Wer´s besser macht, wird lieber gefragt, wenn´s um wichtige Themen geht.